Review AeroRemote

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Die Anzahl der fernsteuerbaren Geräte, die man im Flug möglicherweise steuern möchte, nimmt immer mehr zu. Die Smartphone-App, die 3D-Kamera und Zello, um nur einige zu nennen. Wäre es nicht nützlich, wenn man die Möglichkeit hätte, all die Geräte über eine Tastatur zu bedienen, ohne dass man die Hände von den Steuerschlaufen loslassen muss? Genau diese Möglichkeit bietet AeroRemote.

Raphael Jeger bietet verschiedene Produkte auf seiner Webseite Aufwind an, unter anderem den AeroRemote, den er zusammen mit Christoph Dunkel entwickelt hat. Eine Vorgängerversion des AeroRemotes, den XC Remote, hatte ich Anfang 2025 gekauft und getestet. Beim XC Remote hatte ich unter anderem bemängelt, dass das Gehäuse sehr klobig ausgeführt ist. Soviel sei schon mal vorab verraten: Dieses Mal haben er und sein Kompagnon einiges besser gemacht.

Konstruktion

Die technischen Daten werden auf seiner Webseite wie folgt angegeben:

  • Steuerung: 2 Joysticks mit je 5 Funktionen (insgesamt 10)
  • Abmessungen: 47,4 × 30 × 13,4 mm
  • Gewicht: 16,5 g
  • Akku: 90 mAh LiPo (Einzelzelle)
  • Durchschnittliche Laufzeit: > 2.500 Stunden
  • Standby-Zeit: > 10.000 Stunden
  • Aufladen: USB-C

Die Tastatur wird mithilfe der mitgelieferten Klettbänder am Tragegurt befestigt. Das nochmalige Einführen der Klettbänder in die Schlitze der Tastatur, so wie in diesem Video dargestellt, ist etwas fummelig. Ich werde wahrscheinlich die Klettbänder durch Kabelbinder ersetzen, da es eigentlich keinen Grund gibt, die Tastatur zu demontieren.

Ich halte die Position möglichst nah an den Leinenschlösser für optimal, eine Bedienung, ohne die Steuerschlaufe loszulassen, ist so gut machbar. Die Schutzart ist nicht angegeben, kann aber nicht besonders hoch sein, da man durch die Befestigungsschlitze die Platine sehen kann. Daher ist Vorsicht bei Staub, Schmutz und Feuchtigkeit geboten. Montieren kann man es sowohl an dem rechten als auch an dem linken Tragegurt, das muss nur in der Konfiguration berücksichtigt werden. Auf der Webseite ist angegeben, dass der Montagewinkel verstellbar sei. Wie genau das geht, erschließt sich mir nicht.

Einrichtung

Die Einrichtung erfolgt über die Webseite aeroremote.aufwind.ch über einen Webbrowser, der die Bluetooth-Schnittstelle ansprechen kann. Ich habe den Browser Chrome benutzt. Der AeroRemote wird durch Nach-innen-Drücken der 2 Joysticks eingeschaltet, die LED sollte jetzt blinken. Im Browser auf Connect klicken und die Tastatur sollte sich jetzt koppeln lassen. Das funktioniert sowohl am PC als auch am Smartphone. Zuerst sollte man auswählen, an welchen Tragegurt die Tastatur installiert ist.

Mit Klick auf die Buttons können verschiedene Geräte und Bedienmodi im Dropdown-Menü ausgewählt werden. So gibt es zwei Bedienmodi für die Joystick-Tasten: Repeat für Panning und Zoomen und Short / Long Press, um zwei Funktionen je nachdem, wie lange man die Buttons betätigt, auszulösen. Durch Betätigen der jeweiligen Taste blinkt die entsprechende Taste in der Konfiguration kurz auf.

Das Erstaunliche ist, dass man die Tastatur mit mehreren Geräten verbinden kann. In meinem Fall sind das mein Smartphone mit der XC-Track-App, das Smartphone mit der Zello-App und die Insta 360 X3. Zu Testzwecken habe ich die Insta360 eingerichtet, ich werde aber die Funktion nicht nutzen, da ich normalerweise die Actioncam einfach den ganzen Flug durchlaufen lasse. Nach dem Konfigurieren der Tastatur müssen die Apps und Geräte wie folgt eingestellt werden:

XC Track

Die aktuellste Version von XC Track sollte installiert sein, da die App speziell für die AeroRemote angepasst wurde. In der XC Track muss unter PreferencesKey bindings die gewünschte Aktion bei Betätigung der Taste eingestellt werden. Den oberen Joystick benutze ich zum Blättern durch die Layouts (Taste links und rechts) und zum Zoomen (Taste nach oben und unten). Den unteren Joystick benutzte ich für das Panning durch die Karten. Manchmal dauert es ein paar Sekunden, bis die Bluetoothverbindung hergestellt ist.

Zello

Die obere mittlere Taste benutze ich zum Senden mit Zello. Leider ist es mir nicht gelungen, die Push-to-Talk-Taste einzurichten, aber ich denke, das Problem wird sich noch lösen lassen. Raphael ist sehr hilfsbereit und schnell mit seinen Antworten.

Insta 360 X3

Mit der unteren mittleren Taste habe ich das Starten und Stoppen der Aufnahme gemäß der AeroRemote-Hilfe eingerichtet, was einwandfrei funktioniert.

Sonstige

Es werden nur eine Reihe weitere Apps und Geräte unterstützt, die ich aber nicht getestet habe: FlySkyHy-App, SkyTrackPro-App, Anytone-Funkgeräte und verschiedene Smartphonefunktionen. Laut Rapheals Aussage sollen noch weitere Apps und Geräte hinzukommen.

Fliegen

Im Flug lässt sich die AeroRemote auch mit dicken Handschuhen einwandfrei bedienen. Die Haptik und das Feedback durch die Handschuhe sind ausgezeichnet. Die Reaktionszeit auf Tastatureingaben ist sehr schnell, Verzögerungen sind kaum wahrnehmbar.

Ich habe es allerdings nur im Frühsommer und Sommer getestet. Im Winter fliege ich mit Muffs, da wird die Bedienung nicht mehr möglich sein. Die Bedienung könnte schwierig oder nicht mehr möglich sein, falls du mit Fäustlingen oder sehr dicken Handschuhen fliegst.

Qualität

Das Kunststoffgehäuse macht einen sehr robusten Eindruck, ein unbeabsichtigtes Drauftreten könnte es durchaus überleben. Die Joysticks machen einen wertigen Eindruck, sodass ich davon ausgehe, dass man einige Jahre auch in der rauen Fliegerwelt mit der Tastatur Spaß haben kann.

Fazit

Die Tastatur und die Konfiguration machen einen sehr durchdachten Eindruck. Raphael verspricht eine ständige Weiterentwicklung. Die Tastatur ist nicht gerade günstig, aber die Qualität und Funktionalität rechtfertigen den Preis. Trotz des robusten Gehäuses sollte man die Tragegurte nicht mehr ganz so unbedarft auf den Boden schmeißen, so wie man es vielleicht früher gemacht hat. Ich denke, dass die Tastatur ein treuer Begleiter in den nächsten Jahren sein wird.

Einen Hinweis noch: Ich musste leider 27,50€ Zollgebühren bezahlen. Durch die neue EU-Verpackungsverordnung hat Raphel vorübergehend den Vertrieb eingestellt. Im englischen Forum vermeldet er, dass er eine Lösung gefunden hat, hoffentlich eine, wo der Empfänger keine Zollgebühren bezahlen muss.

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